Wohnen an der Havel

Die im Jahr 1928 errichtete denkmalgeschützte Wohnanlage der WOBRA in der Goethe-, Havel- und Schillerstraße erstrahlt in neuem Glanz. In dem dreigeschossigen Gebäudekomplex mit Erkern und Ecktürmchen befinden sich 29 Wohnungen.

Der Planungsprozess

Bereits 1995 hatte die WOBRA in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Palm mit den ersten Planungen für Sanierungsarbeiten begonnen. Es war beabsichtigt, das Dachgeschoss voll auszubauen, alle Wohnungen zu modernisieren und als Eigentumswohnungen zu vermarkten. Da der Baugrund für einen Dachgeschossausbau ungeeignet war, musste nach der Kostenermittlung von diesen Wünschen Abstand genommen werden.

Nach durchgreifenden Umplanungen konnte im Mai 2000 endlich mit dem Bauvorhaben begonnen werden. Mit Detailplanung und Bauüberwachung wurde das Architekturbüro Schulze zur Wiesche beauftragt.

Die denkmalgerechte Modernisierung

Die verbliebenen Mieter wurden innerhalb der Wohnanlage umgesetzt, da in allen Wohnungen Baumaßnahmen in erheblichem Umfang auszuführen waren:
  • Erneuerung der Fenster in Anlehnung an den Originalzustand (mit Teilung, jedoch ohne Sprossen; Hubfenster in den Ecktürmchen, Fenster im Erdgeschoss mit Sicherheitsglas)
  • Aufarbeiten der Wohnungseingangs- und Innentüren
  • Entfernen der Speisekammern zur Vergrößerung der Bäder
  • Ausrüstung der Bäder mit hochwertigen Sanitärgegenständen und -armaturen sowie dem Baustil angepassten Fliesen
  • Abschleifen der vorhandenen Dielung in den Wohnräumen und Aufarbeiten des Terrazzobodens in den Küchen
  • Einbau von drei Erdgasheizungsanlagen mit Brennwerttechnik, zusätzliche Dämmmaßnahmen im Bereich der Dachgeschosswohnungen
  • komplette Erneuerung der Elektroinstallation in gehobenem Standard
Auch die Fassaden und Hausflure wurden aufwendig instandgesetzt. Alle Arbeiten einschließlich Materialauswahl, Farben und Details wurden in konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtsanierung und Denkmalschutz auf Grundlage von Fachgutachten (Farbrestaurator, Holzschutzgutachter, Baugrundgutachter) abgestimmt.

So wurden Risse saniert, die alte Spritzputzoberfläche und teilweise auch der Unterputz entfernt und als eingefärbter feinkörniger Strukturputz in der ursprünglichen Farbe wieder aufgebracht. Die Hauseingangstüren wurden aufgearbeitet, die Betonstufen der Eingangspodeste durch Terrazzoelemente ersetzt. Die Hausflure selbst wurden möglichst detailgetreu gestaltet. Die noch vorhandenen Deckenleuchten wurden aufgearbeitet und im Eingang Schillerstraße 5 komplett montiert. Für die übrigen Hausflure wurden moderne Leuchten ausgewählt. Die teilweise noch vorhandenen Klingeltableaus aus Holz wurden aufgearbeitet bzw. durch neue ergänzt.

Die sehr differenzierte Farbgestaltung der Wände, Treppen und Haustüren wurde in vereinfachter Form dem Ursprungszustand nachempfunden. Im ersten Obergeschoss der Havelstraße 6 b wurden alter und neuer Zustand nebeneinander dargestellt.

Die alten Briefkästen wurden aus den Hausfluren entfernt und durch eine Briefkastenanlage aus Edelstahl ersetzt, die im Vorgartenbereich in einer eigens dafür errichteten Mauerscheibe integriert ist.

Gestaltung von Hof und Garten
Der gesamte Gebäudekomplex erhielt im Frühjahr 2001 in Anlehnung an den originalen Bauzustand eine Einfriedung aus Sichtmauerwerk mit Metallzaun. Zur gleichen Zeit begann auch die Gestaltung des Innenhofes und der Hauseingangsbereiche sowie die Bepflanzung der Vorgärten.

Ein wesentlicher Faktor für die verbesserten Gestaltungsmöglichkeiten des Innenhofes war der Rückbau einer im Gebäude gelegenen einzelnen PKW Tiefgarage. Nach dieser Beruhigung des Hofes konnte die gesamte Fläche für alle Mieter nutzbar gemacht werden.

Der gesamte Hof erhielt neue Grünflächen und Wege aus Promenadengrant mit gelber Klinkereinfassung. Die Wege führen zum Wäschetrockenplatz und zum neuangelegten Müllstandplatz am Giebel der Schillerstraße 5, der mit Rankpflanzen bestückt wurde. Für die Kinder wurde ein Spielplatz angelegt, für die Erwachsenen eine gepflasterte Sitzfläche geschaffen. Jeder Mieter kann die zehn dort bereitgestellten wetterfesten Metallstühle für gesellige Stunden zu nutzen. Zum Nachbargrundstück wurde ein Metallzaun gesetzt und mit Efeu bepflanzt.

Die Kosten
Die umfassende Instandsetzung und Modernisierung der Wohnanlage einschließlich der Neugestaltung von Hof und Vorgärten hat ca. 1,7 Millionen € gekostet.
Alle Wohnungen wurden bereits während der Bauphase vermietet, nicht zuletzt aufgrund der schöne Lage im Zentrum der Stadt Brandenburg an der Havel in unmittelbarer Nähe der Havel und des Stadtparks.
Das Konzept, hochwertig sanierte Mietwohnungen in guter Lage zu schaffen, hat sich bewährt.

     
 
WOBRA - Wohnen in Brandenburg
 
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